zurück

WHA-Finalspiele 2010

Ein Fan-Bericht über die beiden WHA-Finalspiele am 10. und 12. Mai in der Südstadt!

Saisonfinish - erstes Spiel 

Mo, 10.05., 18:00 - Termin des ersten "firmeninternen" Finales zwischen Hypo 1 und Hypo 2 um die Meisterschale der Saison 2009/10. Wie würden sich die Siegerinnen des Grunddurchganges gegen die CL-Fighter schlagen? Auf der Tribüne fand sich der "harte Kern" der Fans ein - vielleicht an die 100 Zuschauer. Natürlich waren viele Sympathien bei den jungen Hypo2-Mädels, die beim Angriff mit Holzklatschern angefeuert wurden. Aber auch für schöne Aktionen der Kampfmannschaft gab es Applaus.

In den ersten Minuten hatten die Zweiermädels viel zu großen Respekt vor den "großen Namen" des Einserteams. Im Angriff ließen sich die Jungen den Ball viel zu leicht abjagen, auch ihre Verteidigung habe ich schon besser gesehen. Für die CL-erprobte Kampfmannschaft gab es einen guten Start: ehe es sich Hypo 2 versah, stand es schon 3:0. Zweier-Torfrau Pezi Blazek hatte eine undankbare Aufgabe: sie stand gegen freistehende Hypo 1-Spielerinnen meist auf verlorenem Posten. Zwei, drei  tolle Abwehren gelangen ihr; sonst hieß es: Ball aus dem Gehäuse nehmen und Richtung Mittelauflage werfen! Speziell Ale Nascimento wird Blazek heute zur Verzweiflung gebracht haben: die Brasilianerin kam am häufigsten zu Gegenstößen, lief durch - und wartete den entscheidenden Sekundenbruchteil, bis sie präzise abschloss. Wunderbar anzusehen - Ale ist eben eine Handballerin der Extraklasse! Musste Hypo 1 die Defense ausspielen, ging das anfänglich auch relativ leicht über den Kreis, da die Zweiermädels Dani Piedade nicht unter Kontrolle bringen konnten. Nach den ersten zehn Minuten lag Hypo 2 bereits mit 2:9 zurück. Mit verantwortlich dafür war Torfrau Pedersen, die am Ende der Saison sehr spielfreudig und motiviert wirkt und zahlreiche gegnerische Würfe abfing. Mehrmals patzten die Zweiermädels beim Abschluss nach einem Gegenstoß. Selbst jene, die Hypo 2 die Daumen drückten, befürchteten bereits eine herbe Klatsche für die Youngsters. Fery Kovacs wurde mehrere Male sehr laut, war mit dem Spielverlauf nicht zufrieden. Nachdem 20 Minuten gespielt waren, führte Hypo 1 mit 16:5, die Zweiermädels standen am Rande eines Debakels. Die Kampfmannschaft, die in den ersten zwanzig Minuten den Sieg sichergestellt hatte, schaltete nun etwas zurück. Während die Verteidigung von Hypo 2 langsam besser wurde, leisteten sich die Einser mehrere technische Fehler. Und siehe da: mit einem Mal gelangen Hypo 2 einige schöne Aktionen. Vivi Lerant glänzte mit einigen "Kunstschüssen", aber auch andere kamen zum Erfolg. Der Vorsprung der Kampfmannschaft wurde etwas kleiner, zur Pause war sie mit 19:10 in Führung. Hätte in dieser Phase der Abschluss besser geklappt, wäre aus Sicht von Hypo 2 auch ein "-6" möglich gewesen.

Nach der Pause auf beiden Seiten Torfrauenwechsel. Bei Hypo 1 kam Olga Sanko zum Einsatz; sie dürfte die Saison bereits abgehakt haben, ihre Form hat nicht bis zum Finish gehalten. Gegen sie ging heute etwas! Ganz anders Natascha Schilk, die sofort hellwach war und viele sensationelle Paraden einstreute! Das merkte auch Dani Piedade, die einmal frei aus sechs Metern draufhielt - und Naschi kickte den Ball ganz weit ins Out! Hypo 2 rackerte jetzt mit viel Kampfgeist, vor allem Karla Ivancok setzte in Hälfte 2 offensiv viel mehr Akzente. Einmal spielte Hypo 1 "schnelle Mitte": Abspiel auf Ale Nascimento, die Brasilianerin tankte sich durch und schloss ab, bevor sich die Zweiermädels noch formiert haben. Doch was Ale kann, das kann auch Karla: schnelles Abspiel, Karla lief mit dem Ball bis zum gegnerischen Wurfkreis und konnte nicht mehr am erfolgreichen Abschluss gehindert werden. Coach Fery konnte auf eine breit besetzte Ersatzbank zurückgreifen, Hypo 1 hatte weniger Alternativen; möglicherweise musste die Kampfmannschaft deswegen etwas zurückschalten. Die CL-Fighter taten das Notwendige, um den Vorsprung über die Zeit zu schaukeln. Offensiv trat Hypo 1 nun meist über Limal, Kirsner oder Cararo in Erscheinung. Wenn Limal hochspringt und abzieht, hat sie einen sehr hohen Luftstand - da gibt es nicht oft was zu halten! Kirsner nutzte mehrfach Gelegenheiten zum Konter aus, mit ihren 35 Jährchen sprintete sie auch heute den Youngsters auf und davon. Und Cararo packte ihre Fähigkeiten im 1/1-Duell aus und brach immer wieder zum Wurfkreis durch; hinter Ale Nascimento (10 Tore) war sie zweitbeste Werferin mit 7 Treffern. Doch Hypo 2 hielt tapfer dagegen, bereitete den Einsern mit einer aggressiveren Deckung als vor der Pause mehr Probleme, als ihnen lieb war. Grausenburger und Goricanec trafen einige Male. Bei einem Zweikampf in der Defense verletzte sich Marion Limal, sie musste mit einer Blessur am Handgelenk hinaus. Hypo 2 hat sich toll verkauft und konnte überraschenderweise die Niederlage im einstelligen Bereich halten. Der 34:27-Sieg von Hypo 1 kann als toller Erfolg für die Zweiermädels gewertet werden.

Saisonfinish - zweites Spiel 

Nur zwei Tage nach der ersten Meisterschafts-Finalpartie stand bereits das Rückspiel am Programm. Der Saisonausklang mit Würstel und Freibier lockte immerhin so um die 200 Fans an. Das Spiel selbst war leider nicht mehr so gut wie die erste Finalpartie. Drei Spiele in fünf Tagen - das zehrte merkbar an den Kräften der Hypo 2. Bei Hypo 1 pausierte Marion Limal, die noch immer starke Schmerzen am Handgelenk spürt. Von Beginn an ließen die CL-erprobten Einser keinen Zweifel aufkommen, wer die Dame am Platz ist - und dabei mussten sie bei weitem nicht alles aufbieten, was sie können. Hypo 1 spielte eine grundsolide 6:0-Deckung und ging konzentriert zur Sache; das reichte, um die Angriffsversuche der Youngsters praktisch vollständig zu entschärfen. Offensiv gelang den Zweiermädels gar nichts, die Würfe waren zu harmlos und stellten für Pedersen meist kein großes Problem dar. Effektiver dagegen die Kampfmannschaft: Ale Nascimento war stets zur Stelle, wenn sich die Chance zum Gegenstoß bot; wenn Hypo 1 Angriffe gegen die formierte gegnerische Deckung spielte, versuchte sich Oh ab und zu erfolgreich als Werferin. Angesichts der katastrophalen Wurfperformance der Zweiermädels war es kein Wunder, dass die CL-Fighter bald mit 9:1 führten - und das, obwohl Pezi Blazek in ihrem letzten Spiel für Hypo 2 eine wirklich ausgezeichnete Leistung bot. Mehr als einmal parierte sie Piedades Wurf, und auch Ale scheiterte das eine oder andere Mal beim Gegenstoß an ihr. Es mag sein, dass manche Spielerinnen nicht mehr das volle Potential abrufen konnten; sei es wegen Müdigkeit oder weil die Spannung aus der Saison ist - doch die absolut Schlechtesten am Platz waren die niederösterreichischen Schiedsrichter. Deren Darbietung war skandalös; sie standen auf Kriegsfuß mit der Auslegung von Wurfbehinderungen und trafen viele groteske Fehlentscheidungen. Dafür nahmen sie sich sehr wichtig; als der Platzsprecher einmal so etwas sagte wie: "Diese Härte ist in der Champions League so üblich." und damit durch die Blume Kritik am Schiedsrichterduo anbrachte, stellten ihn die Referees vom Platz und forderten ihn auf, die Halle zu verlassen. Auch mit dem Richtertisch gab es gleich im Anschluss Diskussionen. Normal sollten solche Leute keine WHA-Spiele pfeifen - nicht auszudenken, wenn sie sich so was in einem Lokalderby in der HLA leisten! Als dann noch Era Kirsner nach einer Nichtigkeit eine Zeitstrafe bekam, machten die Zuschauer ihrem Unmut lautstark Luft. - Nach einem Timeout von Fery Kovacs flackerte in den letzten Minuten vor der Pause bei Hypo 2 etwas Kampfgeist auf. Defensiv agierten sie aggressiver als am Anfang und konnten den Rückstand konstant halten. In der ersten Hälfte waren wegen der Verteidigungsleistungen beider Teams und der schwachen Wurfausbeute vor allem bei Hypo 2 wenig Tore gefallen - 15:6 für Hypo 1!

Nach der Pause änderte sich nichts Wesentliches am Spielverlauf - außer, dass die Schiedsrichter sich jetzt ein wenig Mühe gaben, um nicht weiter unangenehm aufzufallen. Bei Hypo 2 bekamen Blazek und Schilk in beiden Halbzeiten Spielminuten; und diesmal war Blazek die bessere Torfrau. Schilk versuchte sich bei Ballbesitz von Hypo 2 in der Offensive aktiv einzubringen; sie verstärkte die Angriffswelle am Kreis. Doch einmal verloren die Zweiermädels am Kreis den Ball, kurzer Pass auf Ale Nascimento, die Brasilianerin hatte keine Mühe, den Ball übers ganze Feld ins leere Tor zu werfen! Bei Hypo 1 durfte Olga Sanko für dreißig Minuten ins Tor; da die Russin besser spielte als im ersten Finalmatch, konnten die Zweiermädels den Rückstand nicht verringern. Das Spiel war langsam und zerfahren. Hypo 1 nahm bei Ballbesitz das Tempo aus dem Spiel, Oh hielt sich in der zweiten Hälfte zurück. Im Aufbau nützte Gabi Rotis ihre Größe aus und zog einige Male erfolgreich ab. Wiederum wurde Ale Nascimento mit 10 Toren beste Werferin, Rotis brachte es auf 7 Treffer, Oh schaffte bei ihrem letzten WHA-Spiel immerhin vier Tore. Hypo 2 hatte einfach zu wenig Kraft, um am Ende das Resultat zu verbessern: auch sie bauten ihre Angriffe langsam auf. Das Spiel hatte in der letzten Viertelstunde eher Freundschaftscharakter, das letzte Tor von Hypo 1 war ein effektvoller Flieger von Kirsner. Plach schaffte aus einem Konter in der letzten Minute noch ein Tor für Hypo 2; Endstand war 30:17 für Hypo 1.

Nach dem Spiel gab es eine feierliche Ehrung für alle Spielerinnen, die nächstes Jahr nicht mehr bei Hypo sein werden. Bei den Youngsters werden gleich vier Spielerinnen nicht mehr dabei sein: die beiden Torfrauen Blazek und Schilk gehen weg, ebenso verlassen Willmann und Plach den Verein - alle in Richtung Deutschland. Bei Hypo 1 bestritten Oh, Kirsner und Mesquita ihre letzte Partie in der Südstadt. Da habe ich mich so an die Hypo-Mädels von Kampfmannschaft und Nachwuchsteam gewöhnt, sie mit der Zeit liebgewonnen - und nun sind sie alle weg! Was bleibt, sind nur noch Erinnerungen ...

14.05.2010 10:29

zurück