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Staatsmeisterschaft U19

Ein Bericht der Österreichischen Meisterschaften der U19 am 12. Juni in der Südstadt!

Parallel zu den U13-Meisterschaften trugen auch die "Großen" von der U19 ihr Staatsmeisterfinale in der Südstadt aus. Mit von der Partie waren nur die drei Teams, bei denen die Jugendarbeit seit Jahren professionell betrieben wird: SSV Dornbirn/Schoren, MGA Handball und Hypo Niederösterreich. Die Südstädterinnen gingen als Favorit in diesen Showdown. In Wien sah man die Ausgangslage anders: Maroltinger betrachtete sich zumindest als seriöser Anwärter auf den Meistertitel.  

Hypo Niederösterreich - SSV Dornbirn/Schoren 40:20 (21:10) 

Die Vorarlbergerinnen waren bei diesem Turnier dadurch gehandicapt, dass einige Spielerinnen in der Schule gerade ihre Projektwoche hatten, und traten daher ersatzgeschwächt und mit einigen jüngeren Mädels an. Gegen Hypo hatten sie von Beginn an einen schweren Stand und bissen sich an der guten niederösterreichischen Defense die Zähne aus. Dazu waren bei den Südstädterinnen gute Torfrauenleistungen ein sicherer Rückhalt. Der Angriffsaufbau Hypos funktionierte in der ersten Hälfte ausgesprochen gut, mit präzisem Passspiel wurde Dornbirn über die linke Seite oder zentral am Kreis ausgehebelt. Rasch führte Hypo klar; erst gegen Ende der ersten Halbzeit unterliefen den Südstadt-Mädels einige wenige Fehler.

Auch nach der Pause war Hypo das eindeutig tonangebende Team und baute den Vorsprung weiter aus. Torfrau Flöck versuchte auch heute, die Feldspielerinnen mit weiten Pässen auf die Reise zu schicken. Doch die Dornbirner Torfrau dachte sehr gut mit, kam ideal heraus und fing in rascher Folge zwei Mal den Ball vor der anstürmenden Hypo-Angreiferin ab. Heute war es leider nichts mit dem Gegenstoßpass! Hypo half sich dann eben mit einem anderen Rezept: tiefe "verdeckte" Würfen aus dem Aufbau. Da musste die SSV-Torfrau den Ball mehrfach passieren lassen! In den letzten Minuten leisteten sich die Südstädterinnen einige unnötige Härteeinlagen, die mit Zeitstrafen belohnt wurden - und in der letzten Minute musste eine Hypo-Spielerin nach der dritten 2-Minuten-Strafe endgültig vom Platz. Das machte aber nichts mehr, es wurde sogar noch die 40-Tore-Marke erreicht! 

SSV Dornbirn - MGA Handball 25:35 (14:18) 

In den ersten Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem MGA maximal einen Zweitorevorsprung herausholen konnte. Die Mädels aus dem Ländle kämpften beherzt und machten es den Wienerinnen mit Antrittsschnelligkeit beim Angriff schwer. Deswegen klappten Gegenstöße hervorragend - aber gegen eine formierte Deckung tat sich der SSV schwer. Vielleicht war etwas zu viel auf Einzelaktionen aufgebaut. MGA hatte das bessere Zusammenspiel und zeigte gefällige Ballstafetten. Ein Gustostückerl war der Flieger, der die 11:8-Führung für MGA brachte. Doch Dornbirn bäumte sich danach auf und schaffte mit viel Ehrgeiz den Ausgleich zum 12:12! Zeit für den MGA-Coach, sein Timeout zu nehmen. Für seine Schützlinge war es ein Weckruf zur rechten Zeit, sie deckten danach konzentrierter. Die SSV-Mädchen liefen sich in den letzten Minuten vor der Pause immer wieder in der gegnerischen Defense fest, MGA kam bis zur Pausensirene zu einer soliden Vier-Tore-Führung. In dieser Phase fiel eine kleine Vorentscheidung.

Auch nach der Pause tat sich der SSV im Spiel nach vorne schwer - die Wienerinnen stellten sich jetzt besser auf die 1/1-Duelle ein. Bei den Mädels aus dem Ländle lief es im Angriff nicht mehr sehr zufriedenstellend: schwächer werdende Wurfausbeute, sogar der eine oder andere Siebener wurde vergeben. Dass sich der Rückstand dennoch in Grenzen hielt, verdankte der SSV hauptsächlich seiner Torfrau, die eine Reihe von MGA-Schüssen entschärfen konnte. Dennoch wuchs der Vorsprung der Wienerinnen kontinuierlich und betrug schließlich zehn Tore. In den letzten Minuten ging es etwas lockerer: der Sieger stand fest, hüben und drüben klang das Match mit einigen Torerfolgen aus. 

MGA Handball - Hypo Niederösterreich 24:29 (13:18) 

Also ein Spaziergang wurde das entscheidende Match um den Titel für Hypos U19 nicht! Die Wienerinnen verteidigten verbissen und waren mit Hypo durchaus auf Augenhöhe. Die Südstädterinnen waren zwar von Beginn an knapp vorne, konnten aber nicht entscheidend davonziehen - meist war es nur eine "+1"- oder "+2"-Führung. Erschwerend war auch die Tatsache, dass die beiden Referees vom Anpfiff an stets eine klare Tendenz für MGA erkennen ließen. Die Bewertung von "Dutzendfouls" hätte unterschiedlicher nicht sein können: Hypo kassierte stets Zeitstrafen, bei MGA wurden solche Vergehen höchstens mit einem normalen Abpfiff geahndet. Dazu gab es auch nach klaren Wurfbehinderungen nur Freiwurf, aber keinen Siebener für Hypo. Es spricht für die Qualität der Südstädter Equipe, dass sie die knappe Führung behaupten konnte. Obwohl die Kovacs-Schützlinge in den letzten zehn Minuten häufig in Unterzahl spielen mussten, hielten sie den MGA-Angriffen souverän stand und konnten im Gegenangriff die Führung ausbauen. Zur Pause war die Ausgangslage trotz aller Widrigkeiten für Hypo sehr gut.

Nach der Pause verlief das Spiel ausgeglichen - im Angriff war es ein Hin und her, Hypo konnte den Vorsprung bei "+5" halten. Karla Ivancok übernahm die spielgestaltende Rolle im Rückraum, agierte als Ballverteilerin. Die gute gegnerische Deckung auszuhebeln blieb für die Südstadt-Mädchen bis zum Schluss ein hartes Stück Arbeit, am besten klappte es über den Aufbau oder ab und zu am Kreis. Über die Flügel ging heute gar nichts, dort passte MGA gut auf. Doch die größere Routine verbürgte den Sieg für Hypo: abgeklärt zogen die Südstädterinnen ihre Angriffe in die Länge und schaukelten den Vorsprung sicher über die Zeit. Coach Fery ließ sich nach der Schlusssirene heftig über die Referees aus - wer das Spiel gesehen hat, versteht warum. Unter normalen Umständen wäre der Sieg für Hypo trotz aller Gegenwehr von MGA vermutlich höher ausgefallen.

17.06.2010 08:54

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