Spieltag 8. Mai 2010
Am Samstag, 8.5.2010, war für die WHA-Teams der "Kehraus". Für Hypo ging es zum Saisonausklang gegen McDonald's Wr. Neustadt - was in der WHA eine Art "Schlagerspiel" darstellt. Die Ouvertüre zu diesem Grunddurchgangsfinish - Hypo stand schon vor der letzten Runde in der WHA und der WHA-U17 als Sieger fest - bestritten die U15-Teams. Der heutige Spieltag lockte leider nur wenige Zuschauer an - doch das eine oder andere Spiel hätte sich durchaus mehr Anwesende verdient gehabt.
Hypo-NÖ U15F/2 - Goldmanndruck Tulln U15
Den Anfang in der NÖ-Liga U15-Weiblich machte Hypo U15F/2, die gegen Goldmanndruck Tulln U15 antraten. Trainerin Alla Matuschkowitz hat offenbar eine Vorliebe für "offene Verteidigungen" - denn solch eine wandten ihre Zweier gegen die Tullnerinnen an. Der Start Hypos gelang katastrophal: die Mädels begingen im Angriff mehrere Male technische Fehler und scheiterten beim Wurf - im Gegenzug war Tulln erfolgreich. Beim Stand von 1:5 ging Trainerin Alla mit der grünen Karte zum Richtertisch - das war ausgesprochen notwendig, denn so konnte es nun wirklich nicht weitergehen! Tulln spielte meist eine angemessene 6:0-Deckung, zog bei Bedarf im Zentrum eine Spielerin vor. Im Angriff machten sich die Gäste die Schwächen einer "offenen Deckung" zunutze: mit Körperdrehungen gingen die Tullnerinnen des öfteren im 1/1-Duell an den Hypo-Mädels vorbei und konnten dann einnetzen. Nach Hypos Timeout ging es besser: die Defense stabilisierte sich langsam; im Angriff erwiesen sich kurze Pässe an den Kreis als gutes Mittel zum Torerfolg. Hypo konnte nun von den zunehmenden technischen Fehlern der Gäste leben. Die Südstädterinnen holten den Rückstand auf - und bei 7:6 für Hypo war es für Tullns Coach an der Zeit, ein Timeout zu nehmen. Doch leider verlief auch der Rest der ersten Hälfte für Hypo eher zäh. Die Tullner Torfrau parierte gut, dazu war Hypos Leistung im Angriff keineswegs fehlerfrei. Zur Pause führte Hypo U15F/2 gerade mal mit 13:11 - und das Spiel war bis dahin eines der schlechten Sorte!
Nach der Pause wurde es doch etwas besser. Während Tulln beim Angreifen weiterhin viele technische Fehler beging, konnte Hypo nun davonziehen. Immer wieder pfiff der Schiri die Gäste wegen Schritte-Fehlern zurück. Das eine oder andere Mal konnten sich die Tullnerinnen bei gegnerischen Angriffen nur mit Stoßen der Gegnerin beim Wurf helfen. Schönheitsfehler: ergab sich für Hypo nach einem Ballgewinn in der Defense die Gelegenheit zu einem schnellen Gegenstoß, so kam der weite Pass meist nicht an. Allas Mädels versuchten immer wieder, die Flügel einzusetzen: über links gelangen zahlreiche Tore, doch die rechte Flügelspielerin scheiterte mit ihren Würfen an der gegnerischen Torfrau. Bei 19:12 für Hypo nahm Tulln wiederum eine Auszeit, die Entscheidung für Hypo war bereits gefallen. Nach dieser Auszeit ging es mit Hypos Wurfperformance wieder bergab; oft gingen die Schüsse neben das Tor. In den letzten Minuten sorgte Hypos Nr. 77 im Aufbau für einige effektvolle Torwürfe. Die Tullner Offensive fand in Hälfte 2 praktisch nicht statt, Hypo kassierte nur noch vier Tore. Endstand war ein 29:15-Sieg für die Hypo U15F/2, die zweite Hälfte verlief um einiges besser als die erste!
In der zweiten Partie empfing Hypo U15F/1 heute Korneuburg U15. Schon auswärts hatte das Einserteam den ersten Verfolger klar in die Schranken weisen können, heute galt es, einen draufzusetzen. Und es zeigte sich, dass Alla auch etwas anderes als "offene Deckung" spielen lassen kann - Hypo U15/1 setzte Korneuburgs Angriff eine solide 6:0-Verteidigung entgegen. Hypo hatte einen guten Start in die Partie, rasch stand es 3:0. Die Korneuburgerinnen sind körperlich durchaus gut beisammen, doch in der Südstadt konnten sie nicht ganz Paroli bieten. Nicht einmal mit der "schnellen Mitte" nach einem Gegentor konnten sie Hypos Verteidigung in Verlegenheit bringen. Im Angriff stellten sich Allas Mädels recht geschickt an, oft kamen sie über die Flügel zum Torerfolg. Zur Pause lag Hypo mit 15:9 in Front, es sah recht gut aus.
Nach der Pause war Hypo-Torfrau Branka Topic im Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Nicht nur, dass sie immer wieder bravourös die Korneuburger Würfe abwehrte, sie gab auch einige Male punktgenaue Gegenstoßpasses übers ganze Feld. Und es war notwendig, diese so präzis zu spielen, denn die Korneuburgerinnen bemühten sich, bei Ballverlust rasch zurückzulaufen. Durch Topics "Zuckerpässe" gelang es, den Vorsprung in den ersten Minuten nach Seitenwechsel konstant auf "+8" auszubauen. Die Gäste kämpften gegen die Niederlage an und versuchten, schnell zu spielen. Dennoch konnte Hypo den Vorsprung langsam, aber sicher ausbauen - Allas Mädels nützten Ballgewinne in der Defense einige Male zu schönen Gegenstößen aus. Einige Minuten vor dem Ende: Hypo wieder im Gegenstoß, doch bevor die Ballführende zum Wurf kam, wurde sie von einer Gegnerin ohne Rücksicht auf Verluste von hinten gefoult - das war fast schon wie beim Fußball! Folge war eine direkte rote Karte für die Korneuburgerin und ein Siebener für Hypo. In einem wirklich guten Spiel ging Hypo U15F/1 als verdienter 28:17-Sieger vom Parkett. Schöne Leistung!
Nach den Jugendspielen war eine etwas längere Pause - Zeit, um in der Kantine ein Bierchen zu holen. Als ich zurückkam, sah ich vier Wr. Neustädter Nachwuchsspielerinnen und die gegnerische Torfrau beim Aufwärmen. Als ich Hypo-Coach Fery fragte, meinte er, dass nicht mehr Gegnerinnen da seien - und es würde auch keine weiteren mehr kommen. Ein paar Wr. Neustädter Fans waren da, sie erzählten, dass es bei der letzten Vorstandssitzung Krach gegeben hatte, und danach hatten viele U17-Spielerinnen aufgehört. Wie auch immer: nur zu fünft anzutreten ist nicht die feine sportliche Art! Für die Gegnerinnen war es sicherlich nicht lustig - aber Fery Kovacs erwies sich als perfekter Gentleman: er achtete auf Chancengleichheit und schickte ebenfalls nur Torfrau und vier Feldspielerinnen ins Spiel. Zu Beginn diktierte der ungarische Feldherr seine speziellen Regeln: striktes Gegenstoßverbot, Ausprobieren von einigen speziellen Dingen wie etwa Hebern vom Flügel oder bestimmte Pass-Stafetten. Doch der Beginn verlief für ihn gar nicht wunschgemäß: einige Würfe gingen daneben, beim Stand von 3:1 nahm er ein Timeout und rüttelte seine U17-Mädels wach. Karla Ivancok kam aufs Feld und konnte sich schon so richtig aufs kommende WHA-Match einstimmen. Im Aufbau zog sie einige Male ab, Gegenwehr von Wr. Neustadt gab es praktisch keine. Wie hilflos das Spiel der vier Neustädterinnen war, zeigt der 21:1(!)-Pausenstand für Hypo! Griffen die Gäste an, konnte es schon vorkommen, dass Pässe im Out landeten. Den Ball zu gewinnen stellte in der Verteidigung gelegentlich nicht mehr als eine leichte Fangübung dar. Angriffe wurden kontrolliert und sehr gemächlich eingeleitet, Hypo sollte die gegnerische Defense ausspielen üben. Doch das war auch keine schwere Herausforderung.
Karla konnte sich die zweiten dreißig Minuten gemütlich von der Bank aus ansehen. Nach der Pause versuchte sich Wr. Neustadt U17 einige Minuten lang aufzubäumen, in dieser Phase gelangen den Gästen einige Tore. Doch mehr als ein kleines Strohfeuerchen sollte es nicht sein, dann war die Aufmerksamkeit der Hypo-Spielerinnen in der Defense wiederum voll da. Das was ich sehen wollte: "Give me fourty!" - das habe ich gesehen, dazu ist die Zahl der Gegentore einstellig geblieben. Ein Spiel "vier gegen vier" über 60 Minuten, das wird hoffentlich ein einmaliges Ereignis bleiben - der Endstand dieses (un)würdigen Schauspiels lautete 45:8 für Hypo. Ob beim ZV Wr. Neustadt Jugendarbeit noch ernst genommen wird, das wird die nächste Saison zeigen. Derzeit sieht es nicht so aus.
Die Begegnung der Kampfmannschaften versprach einen weitaus interessanteren Verlauf als das U17-Match. Allerdings war ZV-Trainerin Lola Magelinskas nicht mit dabei, da ihr Vater den 70. Geburtstag feierte. Sie wurde von Nachwuchstrainerin Jankeviciene vertreten. Hypo startete gut, war von Beginn an in Führung. Die Defense stand recht kompakt, Torfrau Pezi Blazek war ihrem Team ein guter Rückhalt und konnte einige schwere Würfe parieren. Sie machte kaum einen Fehler, agierte souverän! Nach etwa 10 Minuten konnten sich die Zweiermädels entscheidend absetzen und ihre Führung auf sechs Tore vergrößern. In der Anfangsphase traf Karla Ivancok einige Male aus dem Aufbau, auch Vivi Lerant nahm ab und zu aus der Distanz Maß. Bis etwa zur 25. Minute gab Hypo2 mächtig Gas, dabei gelangen Tore aus allen Positionen. ZV Wr. Neustadt scheiterte einige Male in der Hypo-Deckung; die einzige, die den Südstädterinnen einiges aufzulösen gab, war Grigaite - sie sollte mit neun Toren die beste Werferin des Spiels werden. In den letzten paar Minuten vor der Pausensirene leistete sich Hypo2 den einen oder anderen Fehlwurf, dennoch behielten die Mädels das Spiel klar unter Kontrolle und gingen mit 19:12 in die Kabine.
Bei Hypo scheint es üblich zu sein, dass Blazek und Schilk je eine Halbzeit spielen dürfen: in Hälfte 2 war Natascha Schilk im Tor. Zwar erhielt sie zu Beginn das eine oder andere haltbar scheinende Tor, doch dann ließ sie es richtig krachen und wehrte u. a. spektakulär zwei Siebener ab. ZV Wr. Neustadt hatte Ivancok und Lerant als spielbestimmende Persönlichkeiten ausgemacht und deckte diese jetzt heraus. Allerdings fehlten diese zwei Verteidigerinnen hinten; die Angriffsaktionen Hypos wurden zwar etwas gebremst, aber keineswegs unterbunden - es ging "4 gegen 4" weiter. Angetrieben von der unermüdlichen Isa Plach kamen die Zweiermädels auch weiterhin zu einigen Torerfolgen. Fery Kovacs gönnte Karla und Vivi längere Auszeiten und ließ die Ersatzspielerinnen ran. Eine gute Entscheidung, denn damit machte für Wr. Neustadt das Herausdecken keinen Sinn mehr und es kam wiederum mehr Bewegung ins Spiel. Spielerinnen wie Jenny Thurner oder Riesenhuber trugen sich nun in die Schützenliste ein. Vivi Lerant war mit sechs Toren erfolgreichste Werferin, alle Feldspielerinnen haben getroffen! Die zweite Hälfte hat Karla Ivancok wohl ein wenig genervt: in Minute 56 kam es bei einem Freiwurf für Wr. Neustadt zwischen ihr und Grigaite zu einer Rangelei, beide durften für 2 Minuten hinaus, um sich ein wenig zu beruhigen. Hypo 2 hat eine gute Leistung geboten, ansehnlich gespielt und war über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft. Das Team feierte am Ende einen hochverdienten 35:23-Sieg und hat den Grunddurchgang ohne Punkteverlust gewonnen. Die ZV-Spielerinnen bekamen in einer ziemlich formlosen Zeremonie die Medaillen für den zweiten Tabellenplatz überreicht.
10.05.2010 10:57

