Spieltag 28. April 2010
Das Hauptevent - die Champions League - ist für Hypo längst vorbei, für die Kampfmannschaft klingt die Saison jetzt mit der WHRL und dem Meisterschafts- bzw. Cupfinish aus. Heute war der montenegrinische Vertreter Biseri Plevlje in der Südstadt zu Gast. Die Montenegrinerinnen haben in der Tabelle die rote Laterne inne, bei ihnen steht erst ein Sieg zu Buche. Es war draußen sonnig und warm, daher fanden nur wenige Zuschauer den Weg in die Halle.
Die Hypo-Damen scheinen den Gegner anfangs zu leicht genommen zu haben, sie begannen die Partie mit einiger Lässigkeit. In der Verteidigung passte die Abstimmung nicht ganz, es ergaben sich einige Male Lücken, die Plevlje ausnützen konnte. Hypo ging zwar von Beginn an in Führung, aber die Montenegrinerinnen blieben dran. Ein Grund dafür war, dass Hypo speziell zu Beginn einige tolle Gegenstoßchancen fast fahrlässig ausließ. Statt ins Tor ging der Ball nur an die Stange, Kirsner scheiterte beim Gegenstoß allein vorm Tor mindestens zwei Mal, auch Piedade vergab einmal alleinstehend. Dafür bewies Isa Plach, dass auch sie Gegenstoßchancen verwerten kann. Trotz fehlerhaftem Beginn führte Hypo mit 9:5, als der Plevlje-Coach das Timeout nahm. Bei Hypo passierten gleich danach einige technische Fehler, die bei einem eingespielten Team normal nicht passieren dürfen. Als Plevlje in rascher Folge die nächsten zwei Tore erzielte, reichte es der Hypo-Trainerbank: ebenfalls Timeout! Doch das Spiel ging weiter durchwachsen dahin, Hypo konnte sich in den folgenden Minuten nicht absetzen. Leider hatte Torfrau Olga Sanko nicht ihren besten Tag, sie konnte nur wenige Bälle abwehren. Erst kurz vor der Pause klappte es besser, die Südstädterinnen konnten mit 17:13 in die Pause gehen.
In der Kabine dürfte es ein wenig laut geworden sein, denn nach der Pause agierten die Ladies in Schwarz um etliches konzentrierter und aggressiver. Für Sanko kam Pedersen ins Tor. Die Norwegerin brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden, doch dann setzte sie sich mit guten Abwehren in Szene. In der zweiten Hälfte deckte Hypo viel besser; flexibel wurde bei Bedarf rechts oder links eine Spielerin vorgezogen. Das konsequente Stören zeigte sofort Erfolg, es boten sich jetzt sehr oft Chancen aus Gegenstößen. Torfrau Pedersen leitete einige Male mit präzisen weiten Zuspielen die Angriffe ein. Nascimento, Kirsner und Piedade konnten mehrmals effektvoll einnetzen. Einmal lief auch Oh durch und traf - so etwas sieht man selten! Auch Karla Ivancok kam für einige Minuten ins Spiel und scorte im Konter zweimal, obwohl die Gegnerinnen versucht hatten, sie zu foulen. Plevlje konnte in der zweiten Halbzeit nicht mehr mithalten, viele Minuten lang schafften sie den 16. Treffer nicht. Halbzeit 2 war schön anzuschauen, einmal spielte Kirsner einen schönen Flieger auf Nascimento - das Tor des Abends! Die Verteidigung von Plevlje ließ sichtlich nach - bot sich eine Lücke, war im Zentrum oft Limal zur Stelle. Der Klasseunterschied spiegelte sich letztlich klar im Resultat wider - eine Hälfte Vollgas brachte einen souveränen 39:21-Sieg. Nach dem Spiel hinkte Dani Piedade vom Feld - überknöchelt, Schmerzen in der Achillessehne. Hoffentlich ist sie bald wieder völlig fit!
Nach dem WHRL-Spiel: nette Unterhaltung zwischen einigen Anhängern und den Hypo-Spielerinnen - Nascimento, Piedade, Rotis und Mesquita blieben noch ein paar Minuten da. Alle räumten schließlich das Feld, nur für Karla Ivancok ging der Tag heute noch weiter. Als nächstes stand nämlich die Begegnung der NÖ-Liga U17-Weiblich zwischen Hypo U17/1 und Korneuburg U17/1 am Programm. Die Mädels brauchten die eine oder andere Minute, bis sie vollkonzentriert waren - da kam Korneuburg zum einen oder anderen Torerfolg. Doch dann hielt die Verteidigung dicht, für die Korneuburgerinnen gab es gegen die stabile Hypo-Deckung kaum ein Durchkommen. In der Offensive lief es in den ersten zehn Minuten noch etwas holprig, doch dann waren die Südstädterinnen vollkommen eingespielt und es ging dahin wie am Schnürchen. Korneuburg war nicht mehr als ein Trainingspartner.
Für heute hatte Coach Fery unter anderem "Gegenstoßspiel" auf den Übungsplan gesetzt. Torfrau Verena Flöck, die im übrigen sehr gut parierte - das auch dann, wenn ein Schuss ausnahmsweise auf die Ecken ging - hatte heute reichlich Gelegenheit, weite Zuspiele auf die vorpreschenden Feldspielerinnen zu geben. Das eine oder andere Mal war die Vorlage um einen Tick zu weit, doch die Mehrzahl der Zuspiele kam schön in den Lauf. Flöck schafft es sehr gut, einen Ball zu fangen und danach blitzartig weit und gezielt abzuspielen - wunderbar! Zur Pause stand es 19:8, Korneuburg konnte einem schon regelrecht leid tun.
Nach der Pause legte Hypo U17 noch einen Gang zu. Für Hälfte 2 stand neben dem Gegenstoßtraining auch "Üben von Wurftäuschungen" am Programm. Karla Ivancok, die zuvor nur zu Beginn kurz eingesetzt worden war, hatte nach Seitenwechsel sehr viel Spielzeit. Für Karla war das Spiel heute mehr oder minder "Distanzwurftraining aus dem Rückraum mit Sparring". Ein paar Schritte freier Anlauf, danach voll durchgezogen - Tor! Die Korneuburger Torfrau spielte schwach und ließ viele Würfe ohne Reaktion passieren, die Gäste spielten in der Abwehr die "Zeltstangenvariante": d. h. sie standen einfach da und sahen zu, wenn Karla hochstieg und zum Wurf ansetzte. Auch die anderen Mädels konnten sich immer wieder auszeichnen: entweder scorten sie, nachdem sie angetäuscht hatten oder es wurde an den Kreis durchgespielt. Bemerkenswert ist, dass Hypo in der Deckung über die ganze Spielzeit sehr konzentriert zu Werke ging, auch nach der Pause hatten Korneuburger Tore Seltenheitswert. Locker überwand Hypo die 40er-Marke: der vierzigste Treffer war bezeichnenderweise ein wuchtiger Schuss von Karla Ivancok. Auch danach gab es weiter jede Menge Tore, noch in der Schlusssekunde fiel durch Viktoria Mauler ein Tor zum 48:15-Endstand für Hypo. Erfolgreichste Schützinnen waren heute Karla Ivancok und Ellen Mericka mit jeweils elf Toren.
29.04.2010 09:33

