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Hypo siegt in Leipzig!

Hypo spielt in Leipzig und Manson war "live" auf laola1.tv dabei!

Groß waren die Erwartungen der Hypo-Fans wohl nicht nach dem Heimdebakel gegen Itxako-Navarra. Gerade mal etwa acht Leute waren bereit für eine Fahrt nach Leipzig; Kostenpunkt wäre um die 100 Euro gewesen. Für mich zu teuer. Ob die Fahrt zustande gekommen ist? 

Die Halle in Leipzig war nicht voll; HC Leipzig startete als Favorit in dieses Spiel. Die Leipziger Fans machten eine beachtlich gute Stimmung. Beide Teams sind ersatzgeschwächt: bei Hypo wurde Dani Piedade leider nicht fit; Leipzig konnte nur etwa zehn Spielerinnen für das Match gegen Hypo aufbieten. Doch der Beginn verlief gleich einmal viel ausgeglichener, als es den Deutschen wohl lieb war. Hypo stand in der Defense deutlich besser als in der Vorwoche - und vor allem Gabi Rotis wirkte wie ausgewechselt. Sie feierte gleich einen tollen Einstand mit zwei Treffern aus dem Zentrum - und auch in der Verteidigung war vor allem sie verantwortlich dafür, dass die Aufbauspielerinnen von Leipzig wenig Raum für Durchbrüche und Kreisanspiele fanden. Die Deutschen - aber auch Hypo - taten sich einigermaßen schwer im Angriffsaufbau. Der Spielstand blieb etwa eine Viertelstunde lang ausgeglichen - Hypo machte zwischenzeitlich einen Zweitorerückstand wett. Danach nahmen die Fehler und Ungenauigkeiten bei Leipzig zu: Hypos Deckung provozierte immer wieder Fehler bei den Deutschen, gewann den Ball und konnte bald mit zwei Toren in Führung gehen. In der Deckung wirkten die Deutschen in dieser Phase unkonzentriert. Vor allem im rechten Aufbau konnte Cararo nun Lücken ausmachen und ausnutzen. Auch über den linken Flügel wurden immer wieder Angriffe versucht. Rotis vergrößerte mit Aktionen aus dem Aufbau bis zur Sirene ihren Score auf sechs Tore! Dazu konnte Sanko mehrfach bravourös abwehren - da waren auch ein Siebener und zwei gegnerische Kontersituationen dabei. Der erboste deutsche Trainer nahm ein Timeout - doch Hypo führte danach zwischenzeitlich mit 14:8! In den letzten fünf Minuten war die deutsche Abwehr jedoch bissiger und aggressiver, die deutschen Trommler wurden wieder laut. Hypo scheiterte zwei, drei Mal im Angriff; die deutsche Torfrau nahm den Ball auf und schickte meist die Dänin Lyksborg mit weitem Zuspiel auf die Reise - scheinbar ist sie bei Leipzig Spezialistin für den Gegenstoß. Zur Pause war Hypos Vorsprung auf 15:12 geschrumpft - aber alles sah immer noch gut aus! 

Nach der Pause begannen die Gastgeberinnen wie aus der Pistole geschossen - zwei Tore in den nächsten drei Minuten erzielt, sie lagen nur noch 14:15 zurück. Die Wende zugunsten der Favorits? Keineswegs - Hypo war nach diesen drei Minuten wieder zurück im Spiel und setzte sich nun zäh zur Wehr. Aber es war auch ein Zeichen dafür, dass HC Leipzig die Schwächephase der ersten Hälfte überwunden hatte. Gabi Rotis blieb auch weiterhin die überragende Spielerin dieses Matches - sie glänzte nicht nur als Werferin aus der Distanz, sie gab auch immer wieder wunderschöne Passes auf Kreisläuferin Steffi Kaiser. Mal konnte Kaiser das Zuspiel schön verwerten, mal sprang dabei ein Siebener für Hypo heraus. Ale warf nicht übel - nur der zweite Siebenerversuch wurde gehalten. Hypos Vorsprung pendelte sich bei etwa +2 ein. Leipzig versuchte es vermehrt mit Durchbrüchen im 1/1-Duell und war damit ziemlich erfolgreich. Oft gelang zwar kein direkter Treffer, aber es führte zu zahlreichen Siebenern gegen Hypo. Dabei fing sich Francine Cararo ihre zweite 2-Minuten-Strafe ein - sie musste nun ein wenig aufpassen. Doch Sanko, die sich in Hälfte 2 weiter steigerte, wehrte immerhin noch zwei Penalties ab, einer ging an die Stange. Natürlich versuchte Leipzig jetzt in der Defensive, unter allen Umständen Rotis zu neutralisieren; sie wurde ständig hart bedrängt. Doch dabei ergaben sich für andere Spielerinnen Chancen: Vivi Lerant scorte das eine oder andere Mal aus der Distanz, auch Cararo nutzte sich bietende Chancen. Etwa um Minute 50 zeichnete sich die Entscheidung ab: Leipzig lief sich im Angriff häufig fest; konnte eine numerische Überlegenheit nicht ausreichend nutzen - und Hypo konnte den Vorsprung nach und nach entscheidend ausbauen. In den letzten Minuten wich Ale Nascimento, die während des Spiels viel rochierte, auf die rechte Seite aus - auch wenn sie im Abschluss Pech hatte. Einmal eine kuriose Situation: Alla wirft aus dem äußeren Aufbau, die Gegnerin geht gegen ihren Arm - der Ball, der viel Effet hatte, beschrieb einen komischen Bogen ins Tor, die deutsche Torfrau verfehlte ihn und machte einen Purzelbaum ins Netz. Die Südstädterinnen provozierten in der letzten Viertelstunde geschickt immer wieder Fouls und Unterbrechungen, die Zeit arbeitete für sie. Einmal versuchte eine Leipzig-Spielerin, mit einem weiten Wurf aus der eigenen Hälfte Torfrau Sanko zu düpieren - da wurde kurz die Erinnerung an den Ausgleichstreffer bei der Herren-WM Österreich-Island wach! Doch glücklicherweise ging der Ball knapp daneben. Als der deutsche Trainer fünf Minuten vor dem Ende bei 22:26 das Timeout nahm, war die Partie für Hypo fast schon gewonnen - nur ein Wunder hätte den HC Leipzig noch vor der Niederlage bewahren können. Bei Leipzig rächten sich die vergebenen Siebener und Wurfchancen: letztlich machte Gabi Rotis mit den Toren 12 und 13 den Sack zu. Trainer Matuschkowitz nahm sein Timeout kurz vor Beginn der letzten Minute: selten wird in dieser Saison eine Taktikbesprechung so angenehm verlaufen sein! Bemerkenswert bei diesem wertvollen 28:23-Auswärtssieg von Hypo waren zwei Dinge: zum einen, dass die Konzentration volle 60 Minuten gehalten hat und zum zweiten - die sensationelle Spitzenleistung von Gabi Rotis, der erfolgreichsten Werferin und "Woman of the Match". Niemand hätte das vor dem Spiel für möglich gehalten!

27.10.2010 14:04

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